Zahlreiche Menschen mit Herpes genitalis in ihrer Krankengeschichte wissen anhand bestimmter Vorboten genau, wann erneut ein Ausbruch bevorsteht. Klassische Beschwerden sind insbesondere Kribbeln, flächenartig ausgebreitete oder stechende Schmerzempfindungen um und an den Geschlechtsorganen. Mehr über Symptome, Auslöser und Behandlung erfährt man in diesem Ratgeber.

Symptome

Genitalherpes kann völlig symptomlos verlaufen. In solchen Fällen wird der Infekt auch keineswegs entdeckt. Bei weiteren Betroffenen kommen sehr wohl Symptome vor, oft schubweise über einige Tage anhaltend mit einer nachfolgenden Pause. Wenn man sich mit den Herpesviren angesteckt hat, folgen ungefähr eine Woche später die ersten Symptome. Die typischen Beschwerden bei Herpes genitalis sind anfängliches Brennen und Kribbeln am Infektionsort, Bläschenbildung sowie geschwollene und gerötete Haut. Die teilweise sehr schmerzhaften, flüssigkeitsgefüllten Bläschen brechen während der Krankheit auf und verkrusten. Das Wasserlassen ist bei ausgedehntem Bläschenbefall schmerzvoll. Des Weiteren sind geschwollene Lymphknoten und Fieber möglich. Der Betroffene fühlt sich krank. Bei sehr abwehrgeschwächten Personen kann es sein, dass die Bläschen die ganze Haut befallen oder sich tatsächlich in den inneren Organen ausbreiten. Vereinzelt ist auch ein tödlicher Verlauf möglich. Jedoch im Normalfall heilen die Bläschen binnen mehrerer Tage narbenfrei und komplikationslos ab. Dann ist der erste Schub vorüber. Wie ausgeprägt die entsprechenden Beschwerden beim Einzelnen sind, hängt vor allem von der körpereigenen Immunabwehr ab. Umso schwächer die Abwehr, desto ausgedehnter ist normalerweise der Befund. Neben der Genitalregion sind bei abwehrgeschwächten Personen ebenso der Gesäßbereich um den After herum oder die Oberschenkelinnenseiten betroffen. Bei Homosexuellen tritt auch die Herpes-Infektion im Enddarm auf, die als Proktitis bezeichnet wird.

Ursachen

Durch kleinste Verletzungen gelangen Herpesviren in die obersten Zellschichten vom Schambereich und vermehren sich hier. Nach dem Genitalkontakt beträgt die Inkubationszeit zwischen vier und sieben Tage. Die Herpes-Simplex-Viren gelangen von den Epithelzellen in die entsprechenden Enden der empfindlichen Haut- und Schleimhautnervenäste. Diese Nerven leiten Reize wie Berührung, Schmerzen und Temperatur ins Gehirn und ins Rückenmark weiter. Über diese Nervenfasern wandern die Viren in die empfindlichen Nervenknoten. Hier geht es um Nervenkerne, in welchen die eintreffenden Reize umgeschaltet werden. Hier nisten sich die Viren ein, wo sie ein Leben lang verbleiben. Funktioniert das Abwehrsystem der infizierten Person gut, schlafen die Krankheitserreger in den Nervenknoten. Tritt jedoch selbst nur eine temporäre Schwäche im Immunsystem auf, werden die Viren aktiv. Diese breiten sich aus und wandern an den Nervenfasern entlang erneut zu deren Enden. Auch in den Hautzellen vermehren sich diese noch weiter, zerstören sie und breiten sich schließlich bis in die Nachbarzellen aus. Diese zerstörten Hautzellen machen sich als Entzündungsreaktion mit diesen bekannten Hautbläschen, dem Genitalherpes, bemerkbar.

Behandlung

Bis jetzt gibt es keine Behandlung, mit welcher man die Viren aus dem Körper loswird. Man kann jedoch Intensität und Dauer der Krankheitsschübe lindern. Hierzu wird der Arzt während einer medikamentösen Genitalherpesbehandlung virenhemmende Wirkstoffe verordnen. Durch diese Arzneimittel wird das Wachsen von weiteren Viren verhindert. Man sollte diese Therapie möglichst schnell beginnen, am besten bereits, ehe sich die Bläschen gebildet haben. Wenn die Behandlung zu spät begann, lohnt sie sich nicht mehr. Oft vorkommende, schwere Schübe kann man mit einer Suppressionstherapie verringern. Dabei werden virenhemmende Arzneimittel vorbeugend für sechs bis zwölf Monate ins Blut verabreicht. Es sind ebenso Cremes und Salben mit antiviralen Wirkstoffen erhältlich. Die Wirksamkeit einer derartigen lokalen Behandlung ist jedoch umstritten und wird generell nicht empfohlen.